Wie wurde ich, was ich bin: mein Weg in die Selbstständig

Ich bin in der Selbstständigkeit meiner Familie aufgewachsen. Mein Opa hat irgendwann in den 1980er Jahre einen Angelshop eröffnet, der bis heute noch existiert. Mein Opa ist für mich ein sehr großes Vorbild gewesen. Er ist leider letztes Jahr im Dezember (2021) verstorben. Natürlich gilt das auch für meine Oma, denn sie hat in dem Angelladen gearbeitet & alles gemanagt.

Selbstständig in der Kindheit

Ich musste als Kind auch relativ früh selbstständig werden und im Haushalt mithelfen. Dies hatte nichts mit dem Angelgeschäft zu tun, sondern andere Gründe. Jedoch bin ich als Kind immer schon im Angelladen herumgelaufen und habe inspiziert, was es zu inspizieren gab. Natürlich ist das ganze Angeln interessant, sowie das Verkaufen – was mit vermutlich in die Wiege gelegt wurde. Denn mein Papa & meine Tante haben den Laden übernommen. Nun arbeitet mein Papa als Angestellter dort & ist vollends zufrieden. Ich arbeite bis heute nicht im Angelladen, aber es ist ein wichtiger Punkt – in dem Weg zu meiner Selbstständigkeit.

Kim 2003 I In meiner Kindheit gab es noch nicht so die Digitalisierung. Da hat alles erst angefangen, deshalb ist das früheste Bild erst von 2003 auf meiner „Wolke“ (Cloud) zu finden.

Als Kind war ich natürlich mit meiner Familie auch viel Angeln. Am Angelsee vom Verein oder auch im Urlaub, beim Hochseeangeln war ich dabei. Es gibt Bilder, da war ich als Mini bei meinem Papa am See gesessen. Ich sollte die Bilder mal Digitalisieren. Auch die Oma bei Wettkämpfen beobachten, war für mich ein Highlight. So lebte ich vor mir her, bis ich ungefähr 12 Jahre alt wurde. An vieles kann ich mich leider nicht mehr erinnern, das scheint also auch nicht wichtig zu sein.

2007 – 2012

Wie sollte es anders kommen? Natürlich habe ich mit 13 Jahren (2007) meinen Angelschein gemacht. Nein, ich hatte keine Vorteile gegenüber den anderen Lehrgangsteilnehmer:innen. Ich musste genau soviel, wenn nicht noch mehr lernen. Ich hatte einen sehr strengen Lehrer-Opa. 🙂
Auch wurde von mir einiges erwartet, hatte ich im Gefühl, immerhin gehöre ich zu einer bekannten Angelfamilie.

Mit 14 durfte man dann offiziell alleine Angeln gehen.

Ich habe auch an vielen Wettkämpfen teilgenommen und öfter einen von den 1. bis 3. Platz geholt. Um ehrlich zu sein, hat mich mein Jugendwart auch ziemlich getrimmt. Gegen die Jungs in der „Jugend“ habe ich mich sehr häufig durchgesetzt. Ich kann nicht sagen, woran es liegt, aber es war ein tolles Gefühl – die einzige und beste Anglerin zu sein. 🙂

2009 & 2010 ging es in die Berufsfindungsphase. Ich habe viele Praktika gemacht. Im Kindergarten, im Kindergarten, noch mehr im Kindergarten & rate mal, was ich gelernt habe? Richtig, NICHT im Kindergarten. Meine Girlsdays habe ich bei meinem Papa im Straßenbau gemacht und weitere Berufe, die ich mir angesehen habe, waren:

  • Hotelfachfrau
  • Restaurantfachfrau

Wie konnte ich nur auf solche Ideen kommen?

Ab 2010 wurde das Angeln ein bisschen weniger. Ich habe zwar noch Wettkämpfe gefischt, aber nicht mehr ganz soviel, da ich eine Lehre angefangen habe und dort natürlich weniger Zeit gehabt hab.

14.08.2010 I Jahresauswertung

Meine Lehre: Kauffrau im Einzelhandel

Wie sollte es auch anders sein? Na klar, ich habe Kauffrau im Einzelhandel in einem E-Center gelernt, mit sehr strengen Alt-Ausbildern. Immerhin wusste ich mit meinen 16 Jahre schon, dass ich gerne Selbstständig werden möchte. Somit habe ich in meiner Abschlussklasse das letzte Praktikum als Kauffrau im Edeka absolviert und wurde auch gleich als Azubi eingestellt. 🙂


Meine Ausbildung hat wirklich viel Spaß gemacht. Ja, wir hatten einen strengen, Ausbildungsmeister, aber ich bin heute noch der Meinung: Von diesen Menschen lernt man am besten. Auch hier zählte die Devise: Selbstständiges arbeiten.

Tatsächlich habe ich nie alle Abteilungen durchlaufen. Angefangen habe ich beim Obst & Gemüse, danach ging es für mich in die Molkereiprodukte, Backshop & Tiefkühl-Abteilung. Hier bin ich in meiner ganzen Lehre geblieben und auch danach. Irgendwann zwischendurch war ich nochmal an der Kasse. Ich habe zum Schluss die Abteilung mitgeleitet und alle Aufgaben der Abteilungsleiter übernommen, Azubis mit angelernt, sowie Aushilfskräfte – alles selbstständig.

Das Angeln wurde weniger & auch stand ich nicht mehr so oft im Angelladen.

2015-2019: meine große Reise

Hier bin ich alleine 350 km von zu Hause nach Oberfranken umgezogen, um im Rettungsdienst zu lernen. Dies ist eine ganz andere Station, war aber ebenfalls ein Traum von mir. Wieso und weshalb es nicht weiter ging..

Um ehrlich zu sein: Ich war zwar schon 23 Jahre alt, habe auch schon 5 Jahre alleine gewohnt, aber dann plötzlich 350 km weit weg von seiner Familie zu wohnen, erfordert nochmal eine ganz andere Selbstständigkeit, 😛 zumal du diese Eigenschaft auch im Rettungsdienst brauchst!

2017 habe ich meinen Mann kennengelernt, 2018 wurde ich schwanger & habe mir die Schwangerschaftszeit überbrückt mit einer Weiterbildung zur Handelsfachwirtin. Diesen kann man immer gebrauchen, wenn man selbstständig werden möchte.

Nebenbei habe ich bei Woolworth gearbeitet und war dort Stellv. Marktleitung. Das hat ganz gut gepasst und ich war auch relativ glücklich mit meinen Aufgaben dort. Um ehrlich zu sein, kann ich mich mit kleinen Verkäufer Tätigkeiten nicht abfinden, wir brauchen diese Menschen, aber für mich ist es einfach nichts.

Wie es dann so im Leben läuft, sind mein Mann und ich 2019 in meine Heimat gezogen. Dort habe ich bei Lidl gearbeitet und mich um meinen kleinen Sohn gekümmert. Ach, natürlich auch um unsere Wohnung, die voll Renovierungsbedürftig war.

15.09.2018 I Hochzeit Kim & Bernd

Krankheit I 2020 I Umschwung

2020 hat mich meine chronische Erkrankung wieder stark eingeholt. Ich war auf Reha und habe ein Beschäftigungsverbot für die Kauffrau im Einzelhandel bekommen. Mit Schuld war auch Corona. Denn durch meine hohe Infektanfälligkeit, waren das nicht die besten Voraussetzungen um Arbeiten gehen zu können. Somit bin ich ein paar Monate Arbeitslos gewesen & habe in der Zeit viel Hula-Hoop gemacht.

Irgendwann war es mir zu langweilig, ständig zu Hause Hula-Hoop zu machen und ich begann beim TSG Königslutter einen Schnupperkurs zu geben. Es war sehr schwer überhaupt einen Verein zu finden, der sich dafür interessieren konnte, denn noch war kein Hype ausgebrochen & viele wussten, damit nicht soviel anzufangen.

Nebenbei habe ich mit meinem Papa angefangen zu tüfteln. Denn es gab keine richtigen Hula-Hoop-Reifen und Curvy Personen schon 3x nicht. Jede Person, die etwas mehr auf den Rippen hatte, hatte Probleme damit den Reifen oben zu behalten. So sind unsere ersten Reifen entstanden und auch unser erster Curvyhoop. Mit viel ausprobieren, Teilnehmer ausprobieren lassen usw. sind wir zu unserem richtigen Reifen gekommen und ich habe mich auf Curvy-Reifen spezialisiert. Dabei war mein ursprünglicher Traum, einen Fitnessreifen zu entwickeln. Diesen habe ich dann am 21.02.21 auf den Markt gebracht. Meinen „Crowning“

Am 15.09.20 (wie praktisch) habe ich mein Nebengewerbe „Tanzreifen by Kim“ angemeldet. Bis Dezember 2020 habe ich immer mal wieder einen Reifen verkauft, mal ein paar mehr oder mal ein paar weniger. Wir haben auch immer noch viel ausprobiert und meine Kurse liefen voll. Auch der nächste Verein SV Nordsteimke kam dazu, wo ich dann einen Hoop Kurs geben durfte, der TSG Königslutter hat aus dem Schnupperkurs dann einen festen Kurs bzw. zwei waren es zu Anfang angeboten. Es nahm leider mit Corona ein wenig ab, trotzdem hatte ich viel zu tun. Denn die Kurse wollen auch ein Konzept haben & die Teilnehmer nicht immer das Gleiche machen.

Selbstständigkeit 20.01.21

Nun ich war ja immer noch Arbeitslos und musste meine ganzen Zahlen des Nebengewerbes beim Arbeitsamt offen legen. Ende Januar 2021 war der Umsatz plötzlich so stark, dass das Arbeitsamt sagte: „Frau Schwarz, wir müssen Sie abmelden“, so stand ich von heute auf morgen in der Selbstständigkeit.

Ja, ich habe meinen Handelsfachwirt gemacht, aber nun plötzlich ohne damit zu rechnen, dazustehen & selbstständig zu sein, war schon eine Herausforderung. Es hat alles gut geklappt. Ich musste mich zwar um viel kümmern, hatte aber Gott sei Dank, gute Berater an meiner Seite. Danke, an dieser Stelle an meinen Bank- & Steuerberater.

Mitte 2021 habe ich auch ein Reisegewerbe aufgenommen, um bei den Hoopjams Essen und Trinken verkaufen zu können.
Bis Ende April 2022 lief alles ganz okay. Ich konnte von meiner Selbstständigkeit leben. Warum dies nicht mehr so ist, werde ich ein anderes Mal schreiben. Nur kurz: Nein, ich habe mich nicht verkalkuliert – Ich bin chronisch krank.

Ich habe zu meinen Bestzeiten an die 300 Reifen im Monat verkauft und hatte 5 GFB – Mitarbeiter / Danke, an das Team!
Ich habe mehrere Vereine betreut, so wie Schulen:

  • TSG Königslutter
  • HSV Helmstedt
  • SV Nordsteimke
  • Kreisvolkshochschule Helmstedt
  • Grundschule Pestalozzi Straße
  • Grundschule Emmerstedt

An dieser Stelle auch nochmal Danke, an alle Partner, die mich unterstützt haben und mir die Chance gegeben habe, Kurse bei euch zu geben.

Zwischendrin habe ich mein Zertifikat als Hoopdance Trainerin & Hoopfitness Trainerin gemacht, sowie meine Übungsleiter C Lizenz angefangen.
Weiterbildung ist natürlich sehr wichtig.

Auch haben wir größere Veranstaltungen gegeben. „Hoopjam by Kim“
Mal gab es ein Feuerworkshop, mal hatten wir eine Show Artistin da, mal haben wir nur gehoopt. Es waren wirklich ganz tolle Veranstaltungen und ich bin froh, über, jeden der dort war. Wer weiß, mein Reisegewerbe steht ja immer, noch, ob nicht doch irgendwann nochmal ein Hoopjam by Kim stattfindet.

Ich habe es jedoch geschafft, meinen Traum, den ich mit 16 Jahren hatte zu verwirklichen und war bzw. bin noch ein paar Tage lang: selbstständig ♥

So wie ich es damals auch geschafft habe, meinen Traum vom Rettungsdienst zu erfüllen. Auch wenn es dann Hürden & Steine auf dem Weg gab/gibt. Manchmal muss man nur ganz fest daran glauben, damit es passiert.

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2 Gedanken zu „Wie wurde ich, was ich bin: mein Weg in die Selbstständig

  1. Liebe Kim, das hast du alles toll gemeistert. Schön dass du deine Träume umsetzen konntest. Ich wünsche dir weiterhin , dass du deinen Traum nicht aus den Augen verlierst und es dir bald gesundheitlich wieder besser geht.

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