wie in einem Film

Film und ich bin die Hauptfigur

Der Film. Am Mittwoch, den 06.04.2022, hat man mir wahrscheinlich das zweite Trauma in meinem Leben zugefügt. Ich habe Hilfe gewollt und bekam diese auf ganz komischer Art und Weise.

Wenn ich diesen Tag verfilmen würde, würde es ein Oskar Gewinner werden. 😀

TRIGGER Warnung

Vorgeschichte

Aufgrund meiner Schmerzen beim Atmen im Brustkorb bekam ich neue Medikamente. Dieses Medikament nennt sich „Lyrika“, dem einen hilft es, dem anderen eben nicht – so ist es, mit allen Medikamenten.

Die Schmerzen waren relativ schnell weg, ich war begeistert.
Doch plötzlich fing es an, dass es mir psychisch immer schlechter ging. Ich weinte viel und ständig. Ich isolierte mich und wollte nicht mehr reden.

Tatsächlich merkte ich selber, dass irgendwas nicht passt, konnte es aber nicht einordnen. Ich wusste nicht, wer ich bin, was ich bin oder was ich machen soll. Selbst Therapien habe ich abgesagt.

der Film

Hilfe. Ich brauche Hilfe, sonst passieren Dinge mit mir, die ich nicht möchte. Ich kann meine Gedanken nicht mehr im Einklang halten. Sie machen, was sie wollen.

Ich gehe zum Psychologen. Erzähle ihm, was los ist. Erzähle ihm, nicht mehr Frau meiner Gedanken sein zu können. Ich erzähle ihm, was ich träume. Ich stelle Fragen, denn ich verstehe überhaupt nicht, was gerade mit mir passiert.

„Fr. Sch.. Wir müssen dringend Ihre Tabletten absetzen“, sagte er.
Guter Plan, ich möchte diese Dinger nicht mehr nehmen.

Er brachte mich hoch zur Psychaterin. Auch hier erzählte ich alles. Alles, was los ist. Diese Tabletten machen mich wahnsinnig. Ich kann meine Gedanken nicht sortieren. Ich sollte erzählen, was ich denke, was ich träume, ob ich Angst habe. Sie haben Fragen gestellt, wie ich mich bei einem Asthmaanfall fühle.

Ich habe gehofft, sie setzen einfach die Tabletten ab und dann ist gut.
Die Ärztin sagte zu mir, wir müssen die Tabletten unter Beobachtung absetzen, hier in der Rehaklinik funktioniert das nicht. MIST.

Plötzlich darf ich nicht mehr alleine zur Toilette, nicht mehr alleine Essen. Mein Zimmer wird von zwei Damen ausgeräumt. Es ist mir alles zuviel.

Ich kann nicht denken.
Ich weine.

Plötzlich sitze ich in einem Krankenwagen, auf dem Weg in einer psych. Klinik, um die Tabletten abzusetzen, hieß es. Die Rettungssanitäterin war ganz nett und hat sich mit mir unterhalten. Leider konnte ich noch nie dieses Geschaukel ab, somit war mir echt schlecht.

In der Klinik angekommen, sowie im Zimmer, kam der zweite Schock. Das Zimmer, ein Beistellbet, alles Eng, überall Klamotten. Ich möchte nach Hause. Sie nahmen mir alles weg, meine Notfallmedikamente. Ich werde verrückt. Bitte gebt mir noch meine Notfallmedikamente wieder.

Es klopfte an der Tür „Essen“, sagte eine Dame. Ich ging raus und stand wie bestellt und nicht abgeholt da. Für mich gab es kein Essen. „na dann“ bestellen sie sich halt etwas, sagte die Dame zu mir. Hallo? Ich komme eben aus einer anderen Klinik & habe kein Geld bei mir. Egal, ich möchte nichts essen.

Ich weiß nicht, was mich ritt. Aber, ich ging los. Nach Hause.
Im ersten Dorf sammelte mich meine beste Freundin ein und brachte mich zu meinem Sohn. Wir kuschelten und freuten uns.

Mist, meine Medikamente. Also, musste ich zwangsläufig nochmal in die Klinik.

„Ich möchte nach Hause“.
„Bevor sie nach Hause gehen, müssen Sie mit der Ärztin sprechen“
„Fr. Sch.. Wenn sie jetzt gehen, hole ich einen richterlichen Beschluss“, hallt es in meinen Ohren.
Sie schreite mich an. Ich möchte doch nur Heim. Warum darf mein Mann nicht bei diesem Gespräch da sein? Per Telefon, per Telefon geht. Die Ärztin schreit noch mehr, sie schreit meinen Mann an, dass ich dazubleiben habe. Ich kann das schreien nicht leiden.

Was ist hier los? Was passiert mit mir?

Ich gehe schlafen, bin fix und fertig mit der Welt. Ich verstehe überhaupt nichts.
Die Mädels in meinem Zimmer machen die Klinik runter. Lästern ist gar nichts dagegen. Aber, okay. Nach 7 Wochen muss man sich irgendwie bei Laune halten.

Die Nachtschwester kam, ich fragte nach dem Namen der Ärztin. Sie klärte es Gott sei Dank auch ab, dass ich wenigstens meine Notfallmedikamente wieder bekam. Jetzt aber wirklich schlafen. Ich bin in einem Film,..

Endlich ist der Tag rum. Endlich ein Oberarzt mit dem ich sprechen kann.
Ich durfte Ihm alles von vorne bis hinten erzählen. Er hörte mir zu und sagte: „Lassen sie die Tabletten weg“.

Wie jetzt? Einfach die Tabletten weglassen, dann wird alles wieder normal? Für diese Aussage habe ich diese ganzen Strapazen mit gemacht? Die Rehaklinik sagte, es muss überwacht werden.. Okay okay, atmen

Ich darf nach Hause.
Endlich wieder bei meiner Familie sein. 🙏

Die Tabletten wurden abgesetzt. Heute habe ich die letzten 25mg Prebagabalin genommen.

Bitte tut mir das nie wieder an.

Beitrag erstellt 52

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben
%d Bloggern gefällt das: