Monatsrückblick: Juni 2022: Psychosomatik

Juni – Sommeranfang und ich sitze hier in der psychosomatischen Klinik und arbeite an mir selber. Trotzdem habe ich einige schöne Momente erlebt und diese möchte ich natürlich auch festhalten.

Meine ersten Sätze zu dem Aufenthalt findest du in meinem Monatsrückblick Mai 2022. Ein Rückblick und Feedback zu dieser Klinik wird am Ende meines Aufenthaltes geben. Meine Abreise ist zwischen 19 und 21.07 geplant 🙂

Gleich am 01.06.22 habe ich mein erstes positives Erlebnis gehabt. Bernd, mein Mann und mein Sohn sind mich Besuchen gekommen und gerade als ich mich mit Ihnen getroffen habe, kam ein Anruf von Heidi, die mich ganz spontan besucht hat. Es war wirklich sehr cool und ich habe mich gefreut. Wir haben dann Kaffee getrunken und ein Stück Kuchen gegessen.

Mein Klinikaufenthalt im Juni

.. ist wirklich sehr anstrengend gewesen. Ich hätte nie gedacht, dass es so harte Arbeit ist, an sich selber zu arbeiten. Ich habe hier viele Gruppentherapien wie z.B

  • – somatoforme Störungen
  • – Körperakzeptanz
  • – Depressionen
  • – Essensgruppe
  • Neben den Gruppentherapien gibt es auch 1x/Woche ein Einzelgespräch mit der Psychologin. Ich muss sagen, am Anfang dachte ich: „Was nur ein Einzelgespräch?“ Doch die Gruppentherapien helfen einem auch sehr gut. Mir helfen sie. Zwischen den Therapien haben wir Körpertherapie Angebote. Diese erstrecken sich von Ergotherapie, über Entspannung bis hin zum Sport.
  • Oftmals bekommen wir „Hausaufgaben“, um sich mit den Erkrankungen auseinander zu setzen oder bei Angstpatienten, der Angst entgegenzuwirken. Ich kann auf jeden Fall jedem, der Hilfe braucht empfehlen, sich Hilfe zu holen. Unsere Seele kann auch einen Schnupfen bekommen und dieser muss halt behandelt werden, ohne Scham.
Das verrückteste im Juni: ich habe einen Baum umarmt

Highlights im Juni

Der 12.06.22 war ein sehr anstrengender Tag. Ich war zu Hause und bekam Besuch von zwei Freundinnen. Wir haben viel gesprochen & Erdbeerkuchen gefuttert. Im Gespräch ist herausgekommen, dass ich mich schon vor mindestens 2 Jahren verändert habe bzw. auf den falschen Zug aufgesprungen bin. Das hat mir doch ziemlich weh getan. Doch weißt du, wenn es im eigenen Kopf nicht Klick macht, dann bringt die Therapie auch nichts. Ähnlich wie beim Aufhören mit dem Rauchen. Solange du nicht wirklich aufhören möchtest zu rauchen, wird es auch nicht klappen. Letztendlich war ich froh, dass ich meinen Impuls das Treffen abzusagen, nicht nachgegangen bin.

Am 15.06.22 haben mich mein Mann, mein Sohn und meine Oma besucht. Wir waren in der Stadt und wollten ein Eis essen. Leider war der Eisdeale zu und wir mussten in einem anderen Cafe´Eis essen. Dort fand ich es nicht ganz so gut. Aber, ich habe mich sehr gefreut, dass meine Oma zu Besuch kam.

Am 21.06.22 war ich mit 3 mit Patientinnen bei Edeka zum Café´trinken. Das war wirklich schön. Wir haben sehr viel gelacht und geredet. Okay, wir haben mehr gelacht, wie alles andere und das tat wirklich sehr gut! Außerdem habe ich an diesem Tag auch einen Peakflow-Wert von 600 geschafft 🙂

Der 25.06.22 war auch ein wunderbarer Tag. Ich bin mit einer mit Patientin bei mir daheim gewesen. Ich war zum ersten Mal seit Jahren im Pool. Tatsächlich hatte ich wirklich Angst und habe mich gescheut, aber letztendlich bin ich wirklich froh, dass es geklappt hat. Mein Sohn hat sich natürlich auch sehr darüber gefreut.

Ich bin gerade erstaunt, dass ich wirklich so viele gute Tage hatte. Wenn ich diesen Betrag nicht schreiben würde, dann hätte ich es gar nicht mitbekommen.

26.06.2022 Hier in Königslutter war Domfest. Mein Papa und mein Sohn haben mich besucht, wir sind zusammen auf das Domfest gegangen und haben uns dort umgeschaut, etwas gegessen, Erste-Hilfe geleistet und entspannt. Es war so cool, mit meinem Papa und Sohn zusammen unterwegs zu sein, das war das 1x. ♥

Witzig war, dass ich mir einen neuen Skillduft kaufen wollte und mich hab beraten lassen. Plötzlich sagte der Händler: „Dieser Duft hilft gut gegen Depressionen“, somit kam ich mir ziemlich ertappt vor und ich fragte mich, ob ich eine Leuchttafel auf der Stirn habe. Jedoch ist die Umgebung von der psychiatrischen Klinik zum Dom nicht unbekannt dafür, weshalb die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist/war, dass er jemanden mit Depressionen trifft.

Das besagte Öl

Nach dem Domfest sind wir in den Garten gegangen, von unserer Station. Dort haben wir noch eine ganze Zeit lang gesessen. H. hat die anderen Patienten auf Trab gehalten, Fußball gespielt, gelacht, Tischtennis gespielt. Dies war mit einer der schönsten Tage im Juni.

Mein Papa und Ich

Was ich sonst geschafft habe

Ich sehe schon, dieser Beitrag wird etwas länger. Aber es ist auch wirklich viel passiert.
Ich habe es tatsächlich geschafft im Juni, ganz ehrlich zu mir und meinen Mann in Bezug auf meiner Erkrankung zu sein. Es war nicht leicht und ich habe sehr viel geweint, doch ich habe das Gefühl, dass diese Erfahrung unsere Ehe auf ein anderes Level gehoben hat, was ich sehr schön finde.

Leider habe ich es immer noch nicht geschafft, meine Erkrankung mit dem schweren Asthma zu akzeptieren. Habe am 28.06.22 auch wieder einen schweren Asthmaanfall gehabt. Dieser hat mich wirklich aus der Bahn geworfen.

Doch das positive dazu ist: Ich habe 7 Wochen ohne Notaufnahme geschafft ♥

Ganz viele verschiedene Erkenntnisse habe ich gewinnen dürfen. Vielleicht schreibe ich darüber auch nochmal einen Beitrag, oder zwei, drei 😛

Ich habe super viele nette Menschen kennenlernen dürfen und bin viel offener geworden, in Bezug psychische Erkrankungen. Ich finde, langsam sollte das Thema als normal angesehen werden. Denn für mich macht es keinen Sinn, dass wir über 2 Jahre auf einen Therapieplatz warten, aber angeblich alle „Gesund“ sind.

Mittlerweile kann ich auch wieder über mich reden. Manchmal sind da noch Hemmungen und es dauert ein wenig, aber es ist besser geworden. Darüber freue ich mich. Cool, wie oft ich schreibe, dass ich mich freue. Ich merke es selber, beim Schreiben, an meinen Bildern, wie sehr ich mich verändere. Tatsächlich habe ich es auch geschafft 5 Tage, ohne meine negativ Zentralen Gefühle aufzustehen. 🙂

So, nun höre ich aber auf zu schreiben – sonst habe ich nichts mehr für einen Feedback-Beitrag. 🙂

Stop, bevor ich es vergesse:

Ich habe das Häkeln angefangen. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mal häkeln würde und tatsächlich habe ich mich auch so geäußert, bis ich drei Stunden später, nach meiner Aussage, selber am Häkeln war.

Gestern habe ich mein erstes Dreiecktuch fertig gestellt und von sehr glücklich darüber. Denn um ehrlich zu sagen, habe ich sehr oft das Gefühl gehabt, das Tuch in die Ecke werfen zu müssen. Viel öfter habe ich das Tuch aufgeribbelt. Trotzdem habe ich es durchgezogen.

Die nächsten Projekte stehen schon. Denn das Häkeln hilft mir, die Ruhe zu finden. Die Hände haben was zu tun und ich komme aus der Grübelphase raus.

Ich bin gespannt, wie es mit meinen Häkel Projekten weitergeht und ob ich mir zuhause auch die Zeit dafür nehme.

Was ich im Juni gebloggt habe:

Tatsächlich war es im Juni nicht ganz soviel, aber das ist für mich okay. Denn ich habe ja genug anderes erlebt, gemacht und für mich selber erarbeitet. Schreib mir doch gerne in den Kommentaren, deine Webseite für deinen Monatsrückblick.

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