Lungenembolie 09/2017

Heute schreibe ich über meine Erfahrung vom 25.09.2017 Lungenembolie
Es gehört zu meiner Geschichte und vielleicht hilft es dem einen oder anderen, Motivation zu fassen und nicht aufzugeben. Denn manchmal ist das Leben ein richtiges A.. aber, kämpfen lohnt sich. Auch, wenn es sich für dich gerade nicht so anfühlt.

Trigger Warnung

Der Tag der Lungenembolie

Ich bin am Morgen ganz normal aufgestanden und irgendwie ging es mir nicht gut. Ich war matschig, hab keine Luft bekommen aber, es war okay. Du kennst solche Tage sicherlich.

Ich kämpfte mich über den Tag mit Kamilleinhalationen, lag auf dem Sofa und schaute TV. Ich dachte, ich hätte eine normale Erkältung und diese wollte ich auskurieren.

..und dann änderte sich mein ganzes Leben

Am späten Nachmittag war plötzlich alles anders. Die Luft war komplett weg. Ich hab nichts mehr wahrgenommen, außer Schmerz. Schmerz und Luftnot. Nach ein paar Minuten wurde alles ruhiger. Die Schmerzen ließen nach, die Luft war so gut, wie nie. Ich weiß noch, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben Panik hatte. Ich hatte Panik zu Ersticken.

Aufgewacht bin ich im Krankenhaus. Eine Maske auf meinem Gesicht, ich hatte Angst, keine Ahnung wo ich bin. Dann war wieder alles dunkel. Durch diese CPAP-Maske (nicht invasive Beatmung) ließ es sich sehr schwer Atmen. Immer und immer wieder drücke es Luft in meine Lungen.

Richtig wach wurde ich auf der Intensivstation. Ich wurde sofort in „Empfang“ genommen. Man erklärte mir, dass ich eine Lungenarterienembolie habe. Schock. Ich war erst 23 Jahre alt, das kann doch nicht wahr sein. Eine Lungenarterienembolie bekommen doch nur ältere Menschen.

Da ich zu dem Zeitpunkt gerade Auszubildende zur Notfallsanitäterin war, wusste ich, was das bedeutet und fragte nicht weiter. Eigentlich wollte ich nur noch meine Ruhe haben.

Die Zeit auf der Intensivstation

Ein paar Bruchstücke weiß ich noch. Ich weiß, wie ich in das CT gefahren wurde und bin fest der Überzeugung, dass meine Schwiegermama da war. Mein Mann verneint dies allerdings.

Vorher lag ich meines Wissens auf einer Normalstation, denn ich wurde mit einem „Status Asthmaticus“ eingeliefert. Also, mit einer Fehldiagnose seitens des Rettungsdienstes. Obwohl, ich laut Aussagen trotz 15L Highflow Sauerstoff eine Sauerstoffsättigung von 80% hatte. Eine Sauerstoffsättigung ist normal zwischen 96 und 100 % bei gesunden Menschen. An eine Lungenembolie hat niemand gedacht, denn ich war erst 23 Jahre alt.

In der Nacht auf Normalstation wurde die Atemnot ziemlich schlimm. Als ich klingelte, wurde mir gesagt, ich sollte im Sitzen schlafen.

Ich öffnete meine Augen, mein Mann saß weinend neben mir.

Als ich richtig wach wurde, fühlt ich mich echt erschossen. Ich war sauer, als ich erfuhr, dass ich fast 2 Tage ohne ein CT im Krankenhaus war. Nun konnte man natürlich nicht mehr viel machen. Eine Lyse, also eine Auflösung des Gerinnsels muss relativ schnell, innerhalb 90 Minuten erfolgen.

Ich kann gar nicht mehr sagen, wieso, weshalb oder warum.
Aber, ich bekam ein Medikament namens „Tavor“ und bin ziemlich heftig aus meiner Haut gefahren. Nach Aussage meines Mannes soll ich 4 Ärzte zusammen gefaltet haben. Ich weiß dies nicht mehr, Gott sei Dank.

Es fehlt wieder ein ganzes Stück in meinem Gedächtnis.
Wieder wach wurde ich in einer Lungenfachklinik, die mir super wieder auf die Beine geholfen hat. Diese Klinik ist der absolute Wahnsinn, ich würde sie JEDEM empfehlen.

Ich habe ein paar Erinnerungen, aber alles ziemlich durcheinander. Deshalb ist vielleicht auch der Text etwas durcheinander. Seitdem Vorfall, kann ich mir nicht mehr alles Merken. Dies ist auch ein Grund, warum ich wieder Anfange zu schreiben.

Ich weiss bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, mich in mein Leben zurückzukämpfen.

Woher kam die Lungenembolie?

Das weiß man leider bis heute nicht.
Ich habe alles kontrollieren lassen, war in einer Gerinnungspraxis. Aber, es ist alles okay gewesen.
Die Vermutung liegt tatsächlich nahe, dass ich meine Lungenembolie durch die Pille bekam.

Damals wollte ich, dass alles ein Ende hat. Hab meinem Mann Vorwürfe gemacht, dass ich nur seinetwegen solche Qualen erleide. Trotzdem hat er mich geheiratet und mit mir ein Sohn gezeugt.

Heute habe ich zwar immer noch Einschränkungen in meinem Leben. Aber, ich kann mein Sohn aufwachsen sehen und Dinge erleben, die ich vielleicht niemals gesehen oder erlebt hätte. Auch meinen großen Traum, einmal nach Berlin zu reisen, habe ich mir erfüllt.

Was ich damit sagen will?
Genießt jeden Tag, als wäre es euer letzter. Macht das Leben bunt. Du kannst morgen aufwachen und alles ist anders. Oft vergisst man es im Alltag. Doch wir sollten jeden Tag unser Leben so leben, wie WIR es wollen und nicht, wie andere es gerne hätten.

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